So spielen unsere Hunde | MEIN HUND UND ICH MAGAZIN
Verhalten

So spielen unsere Hunde

Das Zusammenleben und Training mit unseren Hunden soll vor allen Dingen Spaß machen und für Entspannung sorgen. Wer es richtig gestaltet und aufbaut, verwandelt ein gutes Training für den Hund gleichzeitig in ein schönes Spiel, denn hier werden Regeln mit Spaß und Freude vermittelt und gefestigt. DOGS Coach Franziska Herre, Gründerin der ersten Martin Rütter DOGS Hundeschule in Thüringen, erklärt, wie Sie das schaffen
Das Spielverhalten unserer Hunde © animals-digital.de/Th. Brodmann


Das Spiel zwischen Hundendient grundsätzlichder Entwicklung des Sozialverhaltens. Dabei wird erlernt, wie man mit Artgenossen kommuniziert,Regeln werden etabliert, die Bindung wird gestärkt und der Status jedes einzelnen Tieres im Verband festgelegt. Doch uns Hundehalter beschäftigt ein viel wichtigerer Aspekt – die körperliche und vor allem geistige Auslastung unserer Vierbeiner. Hunde können in Spielsituationen ihre eigenen Fertigkeiten entwickeln und verbessern. Die Variabilität von Verhaltensweisen und Handlungsmustern hilft dem Hund, auf unterschiedliche Situationen im Alltag flexibel reagieren zu können, und bildet somit die Intelligenz entscheidend aus. Hunde trainieren zudem im Spiel gezielte Bewegungsabläufe, die dem ursprünglichen Zweck dienen, und bauen Muskeln auf. So erlernen sie beispielsweise, durch Hetz- und Jagdspiele, eine Beute schnell zu verfolgen und erfolgreich zu erjagen. Rempeln, drängeln und andere körperliche Spiele schulen die Durchsetzung dereigenen Ziele im Ernstfall. Ebenso kann das spielerische Verteidigen einer Beute gegenüber anderen im späteren Leben hilfreich sein, um die eigenen Vorrechte zu sichern. Wer einmal die Aufzucht von Welpen begleiten durfte, weiß, dass sich das Spielverhalten unserer Hunde bereits sehr früh entwickelt. Ab Beginn der dritten Lebenswoche werden die ersten kleinen Spielsequenzen in der Wurfkiste gezeigt. Hierbei handelt es sich vorrangig um Beißspiele, welche in den kommenden Wochen in intensivere Kampfspiele übergehen. Die Hündin nutzt das Spiel mit den Welpen gezielt, um Regeln und Benehmen beizubringen indem sie Verhalten fördert oder unerwünschte Verhaltensweisen maßregelt. Sofern der dazugehörige Rüde die Aufzucht der Welpen begleitet, beginnt er bereits ab der siebten Lebenswoche, den Welpen Techniken der Beutejagd zu lehren. Mit dem Einzug des Welpen in die neue Familie liegt es nun beim Menschen während des Spiels ebenso Regeln und Grenzen festzulegen. So sollten beispielsweise rempeln, beißen und Beute verteidigen bereits in diesem Alter unterbunden werden, um zu vermeiden, diese unerwünschten Verhaltensweisen unbewusst zu fördern.

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