Tricks, Hunden das Graben abzugewöhnen | MEIN HUND UND ICH MAGAZIN
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Tricks, Hunden das Graben abzugewöhnen

Das Graben mit den Pfoten ist für Hunde meist verboten. Das Problem: Wie hält man einen Buddel-Junkie davon ab? Mit unseren Tricks klappt das meistens
Wenn der Hund das Graben nicht lassen kann © animals-digital.de/Th. Brodmann


Ohne die Fähigkeit, mit den kräftigen Vorderpfoten metertiefe Löcher zu schaufeln, hätten die meisten Mitglieder der Hundefamilie und auch unsere Urhunde nicht überlebt. Die Lust am Graben haben unsere Haushunde also geerbt. Und bei einigen Rassen wurde das Erbe auch noch züchterisch verstärkt. Weil aber tiefe Löcher im Garten oder in einem öffentlichen Park nicht jedermann erfreuen, müssen Sie ein paar Gegenmaßnahmen ergreifen. Dazu ist zunächst Ursachenforschung angesagt. Hunde buddeln nämlich nicht einfach so. Sie haben ihre Gründe, und die sind ganz unterschiedlich.


Beutesuche

Vor allem die Terrier und die kurzläufigen Jagdhunde wie der Dackel vergrößern vorhandene Ein- und Ausgänge von Mäuselöchern, Fuchs oder Dachsbauten und Maulwurfshügeln. Ziel ist es, der Beute habhaft zu werden, die unter dem Erdreich sitzt. Das Buddeln geschieht zunächst mit der Nase. Ist die zu breit, werden die Höhlen mit den Vorderpfoten vergrößert. Wenn sie nicht gestoppt werden, können solche Löcher so groß werden, dass der Hund hineinschlüpfen kann.


Vorratshaltung

Hunde aller Rassen und Mischungen,vor allem aber solche, die im Rudel gehalten werden oder aus losen Rudeln herrenloser Hunde in Süd und Osteuropa stammen, verschleppen das Futter, das sie nicht sofort fressen, zu einem sicheren Platz. Sie vergraben es in Blumentöpfen oder Gartenrabatten, meistens innerhalb ihres engsten Reviers, weil sie ihre Vorratskammer immer wieder besichtigen (und dabei erneut graben). Meistens wird die „Beute“ nicht allzu tief verscharrt und Erdreich mit der Nase darüber gestaubt. Unsere Hunde daheim tun das im Garten oder einem Blumentopf, nicht draußen beim Spaziergang.


Lagerkomfort

Es sind meistens die Hündinnen, die, bevor sie sich gemütlich zusammenrollen, minutenlang den Untergrund bearbeiten, bis dieser regelrecht glatt gescharrt ist oder sogar eine Mulde bildet. Das Verhalten entstammt dem Repertoire aller Wildhunde, die sich im Winter eine Kuhle graben und sich einschneien lassen, im Sommer die Kühle des ausgehobenen Erdreiches nutzen, um den Körper vor Überhitzung zu schützen. Mutterhündinnen graben sich außerdem ein Wurflager, das beträchtliche Ausmaße annehmen kann.


Mitarbeit

Gerade die bravsten und lernwilligsten Hunde beobachten genau, was ihre geliebten Menschen tun, und eilen zu Hilfe, wenn diese ein Beet umgraben, Blumenzwiebeln setzen oder Unkraut herausrupfen. Wenn nicht sofort, dann eben später. Gartenarbeitsstellen riechen angenehm nach Mensch und laden zur Nacharbeit geradezu ein.


Langeweile

Scharren und Buddeln können auch zur Unart werden, die grundlos geschieht, weil der Hund sich ausarbeiten will und keine weitere Anregungen vorhanden sind. Solche Grabeorgien finden meist an ein und derselben Stelle statt, sodass Wurzeln, Pflanzen und Setzlinge gar keine Chance haben, sich zu erholen. 

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